Meine Zeit bei der Schülerakademie – Zwei Wochen rund um das Thema China

Es freut uns sehr, dass unsere Schülerin Amelie an der Deutschen Schülerakademie teilnehmen durfte. Nachfolgend ihr Erfahrungsbericht und beeindruckende Bilder der Zeit dort.

In meinen Sommerferien stand dieses Jahr etwas Besonderes auf dem Programm: die Teilnahme an der Deutschen Schülerakademie. Die Akademie wird von der Stiftung Bildung & Begabung organisiert und richtet sich an motivierte Schüler*innen der Oberstufe. Es gibt Akademien zu den verschiedensten Themen, wie z.B. Psychologie, Quantenphysik, Philosophie oder Literatur, die in ganz Deutschland stattfinden und 16 Tage lang dauern. Ich entschied mich für die Schülerakademie China in Coesfeld. Unsicher, was mich erwarten würde, machte ich mich also auf die Zugreise nach Nordrhein-Westfalen, die direkt mit mehreren Verspätungen begann. Doch schon nach dem ersten Tag merkte ich, dass sich der lange Weg gelohnt hatte.

An der Akademie nahmen etwa 80 Schüler*innen teil, zudem gab es engagierte Kurs- und Akademieleitungen. In Kursgruppen von je 16 Personen beschäftigten wir uns in den folgenden Tagen mit unterschiedlichen Themen rund um China. Ich wählte den Kurs „Chinas Biopolitik im Wandel – Wie der Staat Körper formt“. Während der täglich rund fünf Stunden Kurszeit befassten wir uns mit verschiedenen Themen in Bezug auf China, darunter Leistungssport, Schönheitsideale, mentale Gesundheit und Stadtplanung. Die Theorien des Philosophen Michel Foucault lieferten uns dabei eine Grundlage für Fragen wie: Was ist schön, gesund, normal und wer entscheidet das? Wer bestimmt, wie wir leben sollen und was einen erfolgreichen Menschen ausmacht? Ich fand die Fragestellungen besonders spannend, da ich so Vorstellungen zu Schönheit, Gesundheit und Erfolg aktiv hinterfragen konnte.

Während der Kurseinheiten haben wir verschiedene Arbeitsmethoden angewandt, darunter Diskussionen, Präsentationen und die Auswertung wissenschaftlicher Quellen. Der Kurs war sehr interaktiv gestaltet und durch kreative Elemente ergänzt. Vom Ausprobieren von chinesischem Fußfederball und Qigong über das Anprobieren traditioneller chinesischer Kleidung bis hin zur Analyse chinesischer Dating-Shows, langweilig wurde der Kurs nie. Jeden Nachmittag hatten wir zusätzlich eine Stunde Chinesisch-Sprachkurs. Wir lernten nützliche Phrasen und erfuhren mithilfe von Liedern, aktivem Nachsprechen und manchmal auch chinesischer Augengymnastik mehr über die chinesische Kultur und natürlich die Sprache. Außerdem konnten wir uns per Live-Schalte direkt mit Schüler*innen aus China über ihren Alltag austauschen und erhielten so neue Perspektiven und Einblicke in das Leben in China.

Mindestens genauso wichtig wie die Kurse war für mich das Freizeitprogramm. Das Besondere an dem Akademie-Konzept ist, dass wir das Freizeitangebot selbst mitgestalten konnten. So hatten wir neben Angeboten wie dem Ausflug ins Freibad oder chinesischen Film- und Karaoke-Abenden die Möglichkeit, selbst kursübergreifende Aktivitäten anzubieten. Meine persönlichen Highlights dabei waren der Tanzkurs und die Volleyballspiele am Abend. Besonders interessant fand ich auch die Rotationspräsentationen, da ich so mit Themen in Kontakt kam, die weit außerhalb meines eigenen Kurses lagen. Zum Abschluss der Akademie hat außerdem jeder eine kurze wissenschaftliche Arbeit über ein Thema nach Wahl verfasst. Dadurch konnten wir die Kursinhalte je nach Interesse noch einmal vertiefen.

Am meisten in Erinnerung bleiben mir trotzdem die vielen Gespräche und gemeinsamen Abende. Wir teilten uns zu zweit oder zu dritt ein Zimmer und saßen nach dem offiziellen Programm oft noch zusammen, spielten Karten oder arbeiteten bis spät in die Nacht gemeinsam an unseren Abschlussarbeiten. Obwohl wir uns am ersten Tag kaum kannten, fanden wir schnell gemeinsame Interessen. Gerade weil alle ihre eigenen Ideen und Fähigkeiten mitbrachten, konnte man ständig etwas Neues ausprobieren. Für mich hat sich die Zeit in den Sommerferien deshalb definitiv gelohnt. Ich habe viel über Chinas Kultur und Geschichte gelernt und vor allem erlebt, wie spannend es sein kann, sich mit anderen motivierten Schüler*innen intensiv auszutauschen. Die Zeit in Coesfeld hat mir somit nicht nur spannende Einblicke und neues Wissen gegeben, sondern auch Freundschaften, Erinnerungen und Erfahrungen, die mich noch lange begleiten werden.

Der Lohn jahrelanger MINT-Förderung

Der Erfolg der jahrelangen MINT-Förderung am Städtischen Thomas-Mann-Gymnasium München zeigte sich eindrucksvoll beim diesjährigen Abitur: Stolze elf MINT-EC-Zertifikate konnten an Abiturientinnen und Abiturienten für ihr außergewöhnliches MINT-Engagement überreicht werden. Das Zertifikat bietet Hochschulen und Unternehmen eine bundesweit verlässliche und unabhängige Einordnung von Schülerleistungen, Wettbewerben, Camps und weiteren Angeboten. Um die begehrte Auszeichnung zu erhalten, müssen drei Anforderungsfelder erfüllt werden. Neben fachlicher Kompetenz in der Oberstufe durch MINT-Kurse auf erhöhtem Niveau wird fachwissenschaftliches Arbeiten gefordert – etwa durch eine W-Seminararbeit oder die Teilnahme an Wettbewerben wie „Jugend forscht“. Ergänzt wird dies durch zusätzliche MINT-Aktivitäten wie Praktika sowie vielfältiges schulisches und außerschulische Engagement.

Margit Ruile am Thomas-Mann-Gymnasium

Am 5.05.2026 besuchte uns am TMG wie im Vorjahr die Autorin Margit Ruile, die vor den Jahrgangsstufen 9 und 10 aus ihrem Jugendbuch „Der Zwillingscode“ vorlas und Fragen rund um den Autorenberuf beantwortete. Nach dem Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film in München arbeitete sie als Drehbuchautorin und Regisseurin. In ihren Jugendbüchern beschäftigt sie sich immer wieder mit für digitalisierte Gesellschaften hochaktuellen Fragen: Was kann man im Zeitalter von Fake News oder den Gefahren von Filterblasen noch wirklich als gesichertes Wissen glauben? Wie verändert das KI-Zeitalter unser Leben und unsere demokratische Gesellschaftsordnung? Solche Fragen sind von steigender Relevanz und werden unser Leben in den nächsten Jahrzehnten bestimmen.

„Der Zwillingscode“ ist eine Mischung aus Jugendthriller und Dystopie und behandelt die Frage, wie unser Leben aussehen könnte, wenn KI in einer Gesellschaft, die den Sozialpunktestand ihrer Bürger*innen erhebt, einen zu großen Einfluss hat, aber auch, was man dagegen unternehmen könnte. Margit Ruile schaffte es, die Schüler*innen mit dieser spannenden Geschichte zu fesseln, und beantwortete auch bereitwillig ihre Fragen nach Details der gelesenen Geschichte, den Quellen ihrer Inspiration oder dem Gehalt einer Autorin.

(Dr. Gerald Fischer)